05.Januar

Rimididm - Wanderung im Fischbachtal

Schwere Wanderung. Sehr gute Kondition erforderlich. Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich. Der Startpunkt der Tour ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.


11. Januar

Gestern bei herrlichem Wanderwetter mit einer gutgelaunten Gruppe am Limespfad unterwegs. Ganze 26 Kilometer standen zum Schluss auf der Wanderaufzeichnung. Spektakuläre und gute Einkehr im Grünen Baum. Ich danke den Teilnehmern für einen gelungenen Wandertag.


18. Januar

Der Premiumwanderweg "Busenberger Holzschuhpfad" ist ein Premiumweg im Dahner Felsenland

Der Name "Busenberger Holzschuhpfad" hat historische Bedeutung. Der Holzschuh war in der Pfalz und dem angrenzenden Elsass mehr als 300 Jahre lang die Fußbekleidung der armen Landbevölkerung. Kein Wunder, denn der Rohstoff Holz wuchs buchstäblich vor der Haustür. Die Holzschuhfertigung war in Busenberg ein weit verbreiteter Erwerbszweig, mit dem sich die Waldbauern ihr kärgliches Einkommen aufbesserten. Zu Fuß wanderten damals die Knaben und Männer des Dorfs in die Vorderpfalz und priesen dort den reichen Weinbauern ihre selbstgefertigten Holzschuhe zum Kauf an.


02.Februar

Dem Wind und Regen getrotzt. Schöne 20 Kilometer Tour mit lustigen Menschen gemacht. Diesmal waren wir im vorderen Odenwaldbereich der Stiefelhütte.


08.02.

Vom Fürstenlager hoch zum Felsenmeer, weiter über den Melibokus und Abstieg nach Auerbach. Einkehrmöglichkeit in der Kultkneipe zum Blauen Aff.


4.April

41 Kilometer Nibelungensteig in 10 Stunden

 

Mit einer sehr starken Wanderpartnerin bin ich am Samstag von Zwingenberg über den Melibokus zum Felsberg an dem Felsenmeer vorbeigelaufen. In Lautertal hoch zum Knoderner Kopf bis Schannenbach und wilder Abstieg nach Schlierbach. Wieder hoch durch Lindenfels und zum Gumpener Kreuz. Über den Gumpener Kopf runter nach Weschnitz und dort hoch zur Walburgiskapelle. Die letzten Meter nach Grasellenbach zogen sich noch mal ganz schön. Wegen der Fucking Corona Krise waren wir nur zu zweit Unterwegs. Einfach mal Luftholen vor der kommenden anstrengende Woche wieder. Vielen Dank Natalie für Deine Begleitung und das Ertragen meiner Launen manchmal.
Fotos von Natalie

19.04.

Auf dem Westweg

Schwarzenbach Talsperre-Hornisgrinde-Schwarzenbach Talsperre 38 Kilometer 8h20min und 1150hm

Danke Dir Natalie für den einfach super gelungen Tag!! Die schönen Pausen unterwegs und das gute Essen auf der Hornsgrinde. Es sind Tage wie diese, die einfach unvergesslich bleiben. 😊😊😊💪✌️

📸

 


30.04

DER WESTWEG EINMAL ANDERS
Hochkoppstub - Hornisgrinde - Mummelsee - Ruhestein -Schliffkopf und wieder zurück 37 Kilometer.
Bei Nebel startete ich an der Hochkoppstub Richtung Süden über die Hornisgrinde. Abstieg an den verlassenen Mummelsee. Von dort ging es im ständigen Auf und nieder zum Schliffkopf. An der Hälfte der Wanderung konnte ich nur kurz Pausieren, da ab der Zeit Eisregen bei etwa 2-3 Grad mein Begleiter war. Selbst auf dem normalerweise übersichtlichen Plateau der Hornisgrinde war Orientierung angesagt um nicht ins Moor zu gelangen. Es herrschten Orkanböen und Sicht weite von ca. 3–5 Metern. Ein Abenteuer das ich gesucht habe, um wieder an Erfahrungen aus den Bergen zu kommen. Völlig unterkühlt kam ich nach 37 Kilometer wieder an meinem Auto an. Fazit: Trotzdem zufrieden. Trotzdem sollte man bei diesen Bedingen sich gut auskennen. Auch der Schwarzwald kann zur Orientierungsfalle werden.

 


12.5.

Gestern am 12.Mai sind Marco und ich an der Hochkoppstub in Untersmatt gestartet. Wir überquerten die Honingsgrinde und machten kurze Pause am Mummelsee. Dann ging es über den Schliffkopf. Auch dort
legten wir ein kurzes Päuschen ein. Der Weiterweg Richtung Alexanderschanze ist fantastisch . Leider ist die Alexanderschanzerschanschze mittlerweile bautechnisch marode. Dort oben
machen wir dann Teammeeting. Noch 32 Kilometer nach Hausach. Mittlerweile war es 18 Uhr geworden und Nebel und Kälte kroch in die Körper. Zu diesem Zweck verständigen wir uns gemeinsam es nun hier mit dieser wunderschönen Tour zu belassen und wurden vielen Blicken über die Rheinebene belohnt.
Bilder von Marco Gabel

15.5.

Schöne Orte am Rande des Westweges eingefangen
Gestern am 15.5. 2020 habe ich für einen Megamarsch (wann auch immer er stattfinden wird!!??) ein kleines Lauftraining gemacht. Vom schönen Mummelsee bis nach Hausach. 55 Kilometer in 12 Stunden. Also haarscharf am Zeitlimit. Trotzdem schöne Bilder eingefangen. Zumeist war ich wie so oft, auf dem Westweg unterwegs. Orte am Weg waren: Mummelsee-Schliffkopf - Alexanderschanze - Harkhof - Hausach.

 


17.05.


30.05.


27.Juni

Von der Wimbachbrücke 634m hoch zum Watzmannhaus 1930m und dann zum Hocheck 2651m. Dort über den Grat zur Watzmann Mittelspitze 2713m und den ganzen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Marco und ich waren etwa 13 Stunden mit Pause unterwegs.


Bedingt durch Corona und Median habe ich hier mal nur einige Bilder eingestellt. In kleinen Gruppen wurden gemäß der Verordnungen weiter sich an der frischen bewegt. Bitte kommt alle gesund durch diese schwierige Zeit!!!

Lockdown Wanderungen 2020

Seit dem 2. Lockdown waren wir wieder in kleinen Gruppen, je nach Vorgabe unterwegs. Die Wanderungen haben wir dann Lockdown Wanderungen genannt. Alle die wundervollen Tourenbeschreibungen sind von Cara <3


Lockdown-Wanderung Teil II: Eine Runde bei Kaltenbronn im Nordschwarzwald.Los ging es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Sonnenschein bei einem der Wanderparkplätze über Kaltenbronn im Norden des Schwarzwaldes.Als erstes erreichen wir das Wildseemoor mit dem dazugehörigen See. Das größte Hochmoor des Schwarzwaldesliegt auf 909 Meter ü. NN und ist am Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren entstanden.Um Moore ranken sich oft viele Sagen und Spukgeschichten. Irrlichter, die die Menschen ins Moor locken, wo sie dann im sumpfigen Grund versinken. Moorjungfrauen, die aus dem Boden aufsteigen, um junge Männer in ihr Unglück zu locken.Die Sagen rund um das Moor und der Glaube, dass man hilflos im Boden versinkt, sollte man eines betreten, rühren von den Moorleichen her, die vor allem im norddeutschen Raum und Skandinavien gefunden wurden. Sie waren meist Menschenopfer für den Gott Thor und sind aufgrund der Gase und Gerbstoffe in den Mooren bei ihrer Bergung meist sehr gut erhalten.Im Wildsee- oder Hohlohmoor gab es jedoch anscheinend keine Leichenfunde und auch wir erreichen den nächsten Punkt, den sich auf 984 m Höhe befindlichen Hohlohturm, unbeschadet. Der Aussichtsturm wurde wie so viele dieser Türme im 19. Jahrhundert gebaut, als sich rund um Kaltenbronn die Jagdgesellschaften trafen, um Rotwild zu erlegen, das hier bis heute weit verbreitet ist. Auch Kaiser Wilhelm II. war öfter in der Gegend zur Jagd.Der Hohlohturm ist dank einer Erweiterung in den 1960er Jahren ungewöhnlich hoch. Man wollte über die hohen Baumkronen blicken können. Die wurden jedoch von den Orkanen der 1990er Jahre (u.a. Lothar) größtenteils vernichtet.Weiter gehts durch ein von Bächen durchzogenes Waldgebiet zum nächsten Aussichtspunkt, der einen wunderschönen Ausblick auf das Tal bietet.Wir erreichen nach dem nächsten Abstieg Reichental, einen Ortsteil von Gernsbach. Das kleine Örtchen wurde im frühen 17. Jh von einem Feuer fast vollständig vernichtet und erst im Laufe des 18. Jh langsam wieder aufgebaut.Beim Aufstieg in den Wald begegnen uns einige Wanderer, die den schönen Tag ebenfalls nutzen. Ich frage mich bei jeder Begegnung, wie es den Menschen wohl geht, die in den kleinen Ortschaften in den Bergen leben und auch im Lockdown sind, ob sich das irgendwie anders anfühlt, als in einer größeren Stadt.Über Reichental wandern wir durch ein Felsenmeer und erreichen dann eine Straße. Hier wird die Wanderapp unklar und leitet uns direkt den Berg hoch durch den Wald. Bei jedem Schritt sinken wir ein und es ist nochmal um einiges anstrengender als auf den regulären Wegen.Auf dem letzten Teil des Weges geht schon langsam die Sonne unter und die Berge färben sich in zarten Rosa- und Orangetönen. Der Wald, die Bäume und Sträucher gefrieren für die kommende Nacht und atmen uns kurz vor der Dunkelheit auf dem Wanderparkplatz bei Kaltenbronn wieder aus.


29.November

Lockdown-Wanderung III - in the Name of Beasts (im Zeichen der Tiere): Von Beerfelden nach Hemsbach. 40,8 km in 8 Stunden und 20 Minuten. 700 HM Aufstieg, 1300 HM Abstieg.Noch bevor wir unseren Startpunkt, den Beerfelder Galgen erreichen, begrüßt uns ein Fuchs in der tiefgefrorenen Landschaft. Der Rotfuchs ist der in Europa häufigste Wildhund, kommt aber auch in Nordamerika und Asien vor. Ihm werden in vielen Kulturen List und Klugheit zugeschrieben. Im finnischen Raum ist sein roter Schweif das Nordlicht, mit dem er über den Nachthimmel rennt. Er ist aber auch der Freund der Wanderer, der im Wald verirrte Menschen wieder auf den rechten Weg führt. Für unsere lange Wanderung also ein gutes Zeichen!In der Morgendämmerung erreichen wir den Beerfelder Galgen, ein unheimliches Kulturdenkmal an der Straße Richtung Beerfelden Ort. Der 1597 errichtete Galgen diente bis ins Jahr 1804 als Hinrichtungsstätte, wobei nur wenige Urteilsvollstreckungen dokumentiert sind.Von unserem Startpunkt aus folgen wir der Markierung „gelbe Scheibe“, die uns bis Hemsbach durch den Odenwald leiten wird. Die Felder, Bäume und Büsche sind noch von Raureif überzogen, der sich an manchen Stellen bis zum Abend halten wird. Es ist sehr kalt, doch schon bald geht die Sonne auf und es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden.Im winzigen Örtchen Raubach legen wir eine erste Pause ein. Eine Gedenktafel informiert über den berühmtesten Einwohner des zu Oberzent gehörigen 56-Einwohner-Dorfes. Der „Raubacher Jockel“ war Musiker, Totengräber Uhrmacher, Köhler und vieles mehr. Es gibt zahlreiche Geschichten über den 1941 verstorbenen Jakob Ihrig und auch ein Bier der Brauerei Schmucker ist nach ihm benannt.Nach Raubach folgen einige Höhenmeter Anstieg in Richtung Aschbach und Wald-Michelbach. Auf dem Weg treffen wir immer wieder freundliche Menschen, die wie wir entweder auch wandern oder Holz für den Winter vorbereiten. Kommen wir durch eine Ortschaft riecht es immer wieder nach Feuerholz in der sonnigen kalten Luft, was mich jedes Mal an meine Reisen in den Himalaya erinnert. Auch Tiere treffen wir auf unserer Tour: Freundliche Hunde, skeptische Schafe, lustige Pferde und ängstliche Kühe. Markus ist der Tierflüsterer, der zu allen direkt einen Draht findet - egal ob mit Hufen oder Pfoten. Ich bin gerade bei den von ihrer Weide entlaufenen Kühen etwas vorsichtiger, freue mich aber trotzdem über jede Begegnung mit allen vierbeinigen Freunden.Nach knapp 25 Kilometern erreichen wir das Naturdenkmal Götzenstein, eine Felsformation, die laut Informationstafel bis in das 5. Jh. als „heidnische“ Opferstätte genutzt wurde. Danach war die Christianisierung der Region abgeschlossen und die Stätten der alten Götter wurden entweder christlich umgewidmet oder gerieten in Vergessenheit.Im Örtchen Reisen machen wir am „Gedenkstein für Freiheit und Recht“ (bezogen auf die Revolution von 1848) eine weitere Pause. Langsam geht die Sonne unter und wir legen den Rest des Weges im Dunkeln zurück. Der Himmel ist klar und nach und nach zeigen sich die Sterne. Mit bloßem Auge sehen wir Mars, Jupiter und Saturn und die Sternbilder „großer Wagen“ und „Kassiopaia“.Kurz vor Hemsbach, nach fast 40 Kilometern, kommen wir dann am jüdischen Friedhof vorbei. Der Shabbat ist gerade zu Ende gegangen. Der Friedhof kann jedoch nur nach Voranmeldung besucht werden und ist während des Shabbats (von Freitagabend bis Samstagabend Sonnenuntergang) jeweils für Besucher geschlossen.Nach 40,8 Kilometern erreichen wir, etwas müde mit etwas schmerzenden Füßen den Ort Hemsbach und treten die Heimreise nach Mannheim an. Bis zum nächsten Mal in der Odenwaldhölle


7. Dezember

Lockdown-Wanderung IV: Hornisgrinde und Hochmoorweg-Runde. 23 km in 4 Stunden 40 Minuten.

Angeblich kennen die Inuit hundert Wörter für Schnee. Diese Vorstellung geht auf das 1911 veröffentlichte Buch „The Mind of Primitive Men“ von Franz Boas zurück, der mir natürlich noch aus meinem Ethnologie-Studium bekannt ist. Auch die Rapper von K.I.Z. haben 2013 die Legende erneuert: „Bullen hörn’ mein Handy ab - Ich hab 50 Wörter für Schnee, wie Eskimos.“ Tatsächlich haben auch wir viele Wörter für Schnee: Neuschnee, Pulverschnee, Harsch, Sulz, Schneematsch oder -wehe, Lawine oder Schneebrett.

Lawinen gab es auf der gestrigen Wanderung zum Glück keine - außer uns drei, fast, beim rutschigen Abstieg von der Hornisgrinde, dem höchsten Berg des Nordschwarzwaldes.

Gestartet sind wir oberhalb des Ortes Sasbachwalden, der (aktuell) schneefrei im Tal liegt. Wir gehen auf schmalen Waldpfaden in Richtung der Ruine Brigittenschloss, die wir im Nebel kaum erkennen können.

Der Schnee schluckt die Geräusche des Waldes und auch unsere Gespräche sind rar - bis wir zu einer abgeschlossenen Hütte kommen, deren Unterstand auf Hin- und Rückweg unsere Winterbar sein wird. Mit süßem und leider auch sauren Glühwein, den wir (noch) unter freiem Himmel konsumieren dürfen.

Dank warmem Glühwein im Bauch und im Kopf geht der letzte Aufstieg zur Hornisgrinde leicht von den Füßen. Unterhalb des Bergrückens beginnt es zu schneien und oben erleben wir ein fast komplettes White Out, nur geleitet von Henriks neuer Jacke, die uns den Weg wie eine Fackel leuchtet. Und natürlich von Komoots Stimme in Markus‘ Jackentasche.

Auf den Bohlenstegen vom Hochmoor fallen uns auch wieder Textbausteine von Liedern ein, die wir anstimmen und dann doch nicht weitersingen können. Das macht aber nichts, perfekt kann jeder und Spass haben wir auf jeden Fall.

Mit uns sind viele Wanderer, Spaziergänger mit und ohne Schneeschuhe und viele Hunde unterwegs, die alle den Schnee erleben und sich wie wir von düsteren Gedanken rund um Ausgangs- und Kontaktsperren befreien wollen.

Am Mummelsee sind dann die Massen unterwegs, Familien mit Kindern und Schlitten und kilometerweise Stau zum See hinauf. Schade, denn der See ist sicher sehr schön, wenn es ruhiger ist. Auch zum Mummelsee gibt es verschiedene Geschichten und Gedichte, die meist irgendwie mit dem Tod zu tun haben - vielleicht weil der PH-Wert des Seewassers kein Leben zulässt und es keine Fische im Mummelsee gibt. Nixen zwar angeblich, die aber schlafen diesen Sonntag sicher außer Haus.

Nach dem See beginnt der Abstieg Richtung Sasbachwalden und wir werden mit einem wunderbaren Sonnenuntergang zurück zu unserem Ausgangspunkt geleitet. Im Dunkeln und nach 23 schneebeschwerten Kilometern erreichen wir das Auto und auch Mannheim noch bevor die Ausgangssperre beginnt.


13. Dezember

Lockdown-Wanderung V: Rundwanderung von und nach Groß-Zimmern, 37 km in 7 Stunden durch die Odenwaldhölle.

Omne trium perfectum. Drei ist eine magische Zahl. Sie steht für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Geburt, Leben und Tod. Werden, Sein und Vergehen. Jedes Ritual hat einen Anfang (1), ein Ende (3) und einen Höhepunkt (2). Jede Wanderung ist ein Ritual, mit beteiligten Menschen und einem performativem Raum, der schönen Natur, Bergen, Feldern und Wald. Gestriger Ritualraum: Der Odenwald. Beteiligte Performer: Markus und ich. Schafe, Hunde. Eine rote Ape. Ein Bollerwagen. Drei Freunde.

Wir starten unsere Wanderung im kleinen Ort Groß-Zimmern und werden auf Feldwegen und durch Wiesen über ein Plateau geleitet, das so typisch ist für den Odenwald. Vor kurzem wurden Rüben geerntet und überall liegen riesige Berge davon, groß wie Häuser, abgedeckt mit Plastikplanen.

Das Wetter hält zunächst und wir machen eine erste Pause mit wärmenden Getränken und natürlich: Käse. Es ist heute nicht sehr kalt, aber wir gehen trotzdem bald weiter - bevor der Regen kommt. Dem können wir jedoch nicht davon laufen, bald hüllt uns der feine Sprühregen ein wie eine Decke.

Es gibt das falsche Wetter. Und die falsche Kleidung. In meinen angeblich wasserdichten Schuhen schwappt bald das Wasser. Das schmälert den Zauber des Tages und der Landschaft aber keinesfalls.

Auf knapp der Hälfte des Weges erreichen wir Schloss Lichtenberg bei der Gemeinde Fischbachtal. Über die Entstehungsgeschichte des Schlosses ist wenig bekannt. An derselben Stelle stand wohl einmal eine mittelalterliche Burg. Heute gehört das Schloss dem Land Hessen und man kann, wenn eine frei ist, dort Wohnungen mieten.

An einer Tankstelle nicht weit unterhalb der Burg sehen wir dann zum ersten Mal die kleine rote Ape mit Weihnachtsbeleuchtung, die von einem sehr dicken Mann gefahren wird, der kaum in die Fahrerkabine passt.

Das italienische Kultgefährt begegnet uns dann noch ein zweites und ein drittes Mal mit blinkender Lichterkette, als wir bereits im Dunkeln den Ort Reinheim erreichen. Hier kürzen wir die Strecke ein Stück ab, da langsam die Zeit knapp wird, um rechtzeitig vor Beginn der Ausgangssperre Mannheim zu erreichen. Vorher fallen wir aber noch wie hungriger Wolf und Wölfin über einen Dönerladen her.

Die Stärkung war auch mehr als nötig, denn der letzte Abschnitt über schlammige Felder im Regen ist eine Herausforderung.

Auf einem stockdunklen Feldweg Richtung Groß-Zimmern treffen wir dann auf eine Gruppe mit Bollerwagen und Hund Lenny. Die Freunde geben uns einen Glühwein aus und ziehen dann im Dunkeln weiter über die Felder - ein letztes Mal, so sagen sie, bevor wieder der Lockdown kommt.

Kurz vor 20 Uhr erreichen wir dann, gerade noch rechtzeitig, Mannheim. एक सुन्दर दिन


20.Dezember

Lockdown-AHA-Wanderung VI: Rundwanderung von Grünstadt zum Ungeheuersee und zurück in 23,9 km und 5 Stunden 4 Minuten.

Nachdem die Tage zuvor von Nebel geprägt waren, starten wir um 9:30 nach ein, zwei doppelten Kaffee in Mannheim bei klarem Wetter in Richtung Pfalz. Am Bahnhof Grünstadt parken wir und mir fallen gleich mehrere Faschosticker auf, die ich leider nicht entfernen kann, da sie einfach zu bombenfest kleben. Willkommen zuhause, denke ich mir, schiebe die Gedanken an die 90er Jahre des letzten Jahrtausends aber gleich zur Seite. Denn wir sind zum wandern hier und um die schöne Natur und die Berge (Hügel) des Pfälzer Waldes zu genießen. Bewegung im Freien ist gestattet und wir ziehen, coronaconform und mit drei Armlängen Abstand los und so schnell wie möglich raus aus dem grauen Grünstadt in die Weinreben und unserem ersten Etappenziel, dem Ungeheuersee entgegen.

Auf dem Weg werden wir von zwei neugierigen Pferden begrüßt und gehen dann unterhalb der Burganlage Neuleiningen vorbei, wo wir auch den Weinsteig kreuzen, den ich vor kurzem an dieser Stelle noch alleine gegangen bin. Aber so schnell werden aus zwei Haushalten einer und meine Hand wird beim Laufen von Markus’ warmer Hand gewärmt. Schmetterlinge gibts nur in meinem Bauch, im Wald aber singen die Vögel. Michael identifiziert den Schwarzspecht, das Wintergoldhähnchen und noch andere, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. To Do für 2021: Vogel-App aufs neue Handy laden.

Nach knapp der Hälfte des Weges erreichen wir den Ungeheuersee, der seinen Namen nicht von Monstern oder anderen Menschenschrecks hat, sondern auf die mittelalterliche Bezeichnung für „eingezäunte Viehweide“ zurückgeht. Der flache See, der aktuell praktisch kein Wasser führt, ist ein Naturdenkmal um das sich wie so oft an solchen Orten einige Legenden ranken. Neben Waldgeistern und -frauen, die kleine Kinder rauben, soll die Kirchenglocke von Weisenheim am Berg während des 30-jährigen Krieges im See versenkt worden und nie mehr gefunden worden sein - vielleicht eine Idee für die Hitlerglocke des benachbarten Herxheim am Berg?

Nach einer Pause bei der am See gelegenen und natürlich geschlossenen PWV-Hütte laufen wir in gemütlichem Tempo mit wenigen Steigungen über weiche Waldpfade weiter vorbei an kleinen Ortschaften mit seltsamen Namen wie „Maihof-Drahtzug“ (wegen der örtlichen Eisenfabrik) und „Nackterhof“, einem Weiler in dessen Nähe wir einen Fußball finden. Wenn schon der Waldhof wegen Corona nicht spielen kann, dann kicken wenigstens wir.

Am Nachmittag erreichen wir in der Dämmerung wieder unseren Ausgangsort Grünstadt. Ab morgen werden die Tage (und die Wanderungen) wieder länger, es ist Wintersonnenwende und nach den Rauhnächten, Weihnachten und Silvester ohne Feiern können wir dieses 2020 auch endlich hinter uns lassen - wobei das Jahr ja doch noch ein schönes Ende genommen hat und meine Hände jetzt immer warm sein werden.


27.Dezember

Lockdown Wanderung VIII: Karlsruher Grat bei Ottenhöfen im Schwarzwald. Ca. 25 km und 1200 Höhenmeter in ca. 7 Stunden.

Manche Dinge macht man am besten gleich, wenn die Eindrücke noch neu sind. Und manche Texte schreibt man am besten direkt, wenn die Schrammen noch frisch sind - und die Finger jucken, weil mein Körper zwar längst zuhause in der lauwarmen Küche ist - meine Füße aber noch immer über Schnee und Eis laufen (immer weiter und noch weiter nach oben).

Die heutige Wanderung führte von Ottenhöfen in der Nähe der Hornisgrinde auf einem mithilfe diverser Wanderapps immer wieder angepassten Rundweg zum Karlsruher Grat und natürlich zurück zu unserem Startpunkt am Bahnhof Ottenhöfen.

Wie bei unserer Wanderung auf der Hornisgrinde vor wenigen Wochen liegt auch im Gottschlägtal viel Neuschnee. Die Luft ist klar und wir können teilweise bis zu den Vogesen blicken. Die Aussicht ist definitiv atemberaubend, wobei mein Mannheim gewohntes Hirn die Bilder und Eindrücke nur schwer akzeptiert und ich mehrfach überlege, ob ich fragen soll, dass mich jemand zwickt. Aber das mache ich dann doch nicht. War mir irgendwie zu intim.

Nach den - ich kann es wieder nicht anders sagen - atemberaubenden Allerheiligen-Wasserfällen erreichen wir den berühmten Karlsruher Grat. Die Quarzstein-Formation ist vor 290 Millionen Jahren aus dem Magma einer Gesteinsspalte entstanden, als auf der Erde noch einiges mehr los war - geologisch gesehen zumindest. Der Karlsruher Grat, der früher mal anders hieß, hat seinen Namen übrigens wegen dort verunglückten Karlsruher Kletterern erhalten und ist der einzige Klettersteig des Nordschwarzwaldes. Na, Prost Mahlzeit, denke ich mir, als ich das höre...

Da der Grat sehr verschneit und vereist und dadurch sehr rutschig ist, versuchen wir den eigentlich parallel verlaufenden Weg zu nehmen. Diese Idee hatte am heutigen Tag jedoch noch niemand sonst gehabt und im Meer aus Schnee und Baumwipfeln enden unsere Wege immer wieder im Nirgendwo oder an Felsvorsprüngen.

An einem solchen sause ich dann ein Stockwerk tiefer beim Versuch herunterzusteigen. Daher die Schramme am Knie. Danke an den lieben Markus, der mich vor Schlimmerem bewahrt hat. Das mit der Bergziege übe ich dann nochmal.

Auch der weitere Abstieg wird ganz schön kniffelig und erfordert meine ganze Aufmerksamkeit. Das letzte Mal habe ich mich wahrscheinlich so beim Abitur schreiben konzentriert - und das ist auch schon exakt 20 Jahre her.

Die gute Nachricht ist, wir sind alle vom Grat heruntergekommen. Ob ganz heile oder marginal lädiert - am Ende zählt das gemeinsame Erlebnis und die tolle Zeit, die wir wieder gemeinsam hatten. Wirklich eine tolle Truppe (erwähnt oder hier unerwähnt)!


31. Dezember

Lockdown-Wanderung IX: Runde Strahlenburg - Weißer Stein - Teltschikturm - Schriesheim. Knapp 26 km in 6 Stunden mit Pausen und 860 HM.

Den letzten Tag dieses besonderen Jahres verbringe ich wieder im winterlichen Wald. Vor einem Jahr habe ich Silvester mit über 1000 Menschen in einem Yoga-Ashram gefeiert, meditiert, Mantren gesungen und alkoholfrei mit Yogi-Tee auf das Neue Jahr angestoßen - zum Glück ohne zu wissen, was auf uns alle zukommen würde.

Jetzt am Ende dieses verrückten Jahres wäre eine riesige Feier wie die im letzten Jahr absolut undenkbar. Wir befinden uns nach wie vor im Lockdown - ein Wort und ein Zustand, den vor einem Jahr noch niemand kannte.

Umso dankbarer bin ich für diesen Ausflug in den winterlichen Wald, der unterhalb der Strahlenburg bei Schriesheim beginnt. Die Weinberge sind noch schneefrei, aber kaum sind die ersten Höhenmeter geschafft, beginnt es zu schneien. Bis wir das erste Ziel, den Weißen Stein erreichen, sind Wege und Bäume weiß gepudert. Geschützt vom eisigen Wind machen wir eine erste Pause: Dieses Silvester wird sicher nicht alkoholfrei, soviel steht schon einmal fest.

Gewärmt vom Glühwein folgen wir dem Weg und Komoot weiter in Richtung Teltschikturm und gehen danach über Feldwege und durch kleine Ortschaften, deren Straßen von den Räumfahrzeugen fleißig freigehalten werden. Nach knapp 26 km erreichen wir wieder Schriesheim, wo unsere heutige Wanderung endet.

Ich denke kurz an die Menschenmassen im Yogazentrum vor einem Jahr zurück und mir ist bewusst, dass das trotz der vielen Menschen um mich herum eine recht einsame Angelegenheit war. Umso schöner ist es, dieses ungewöhnliche und anstrengende Jahr 2020 nicht alleine zu beenden, sondern zusammen mit einem besonderen lieben Menschen. Die letzten Tage des alten Jahres sind also Neubeginn und Ende in einem und ab dem 1. Januar 2021 nur noch Anfang - und einem jeden solchen wohnt bekanntlich ein Zauber inne.